Wäscherei Märksch


Die Wäscherei und Färberei Märksch wurde 1881 vom Färbermeister Paul Märksch auf der Großen Schießgasse in der Nähe des Pirnaischen Platzes  gegründet. Aufgrund der guten Geschäftslage mietete Märksch schon wenige Jahre später weitere Räumlichkeiten auf der Pirnaischen Straße, 1895 auf der Trinitatisstraße an. 1906 erwarb das Familienunternehmen ein Grundstück am Pohlandplatz (Schandauer Str. 44/46) und ließ hier ein nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattes Produktionsgebäude errichten. Geleitet wurde der Betrieb von der Witwe des 1896 verstorbenen Firmengründers sowie deren Sohn Paul Märksch jun. Später setzten Sohn Arno und Enkel Gerhard Märksch die Tradition fort.

Der 1909-11 nochmals erweiterte Fabrikkomplex war mit modernsten technischen Anlagen versehen und ermöglichte neben der Färberei von Textilien für Groß- und Privatkunden auch die herkömmliche und Chemische Reinigung aller Arten von Textilien, aber auch von Polstermöbeln, Teppichen usw. Zu den Kunden des Unternehmens gehörten neben Tausenden Haushalten auch verschiedene Unternehmen, Hotels und öffentliche Auftraggeber. Mit über 50 Filialen und fast 100 Annahmestellen in Dresden, Meißen, Pirna, Radeberg, Freiberg und Leipzig gehörte die Färberei und Reinigung Märksch zu den größten Unternehmen der Branche. Ab 1907 konnte man sich stolz mit dem Titel “Hoflieferant Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Mathilde” schmücken. 1911 erhielt der Betrieb eine Goldmedaille der I. Internationalen Hygieneausstellung.

Infolge der wirtschaftlichen Situation nach dem Ersten Weltkrieg machten sich auch bei Märksch Entlassungen und Produktionseinschränkungen erforderlich. Schließlich war man sogar gezwungen, das Firmengelände an den Reemtsma- Konzern zu verpachten. Die verbliebenen Aufträge wurden über eine Zweigstelle an der Zwickauer Straße 44 bzw. durch Kooperationsverträge abgewickelt. Erst 1935 konnte die Wäscherei wieder ihr Stammhaus in Striesen beziehen.

Beim Luftangriff am 13./14. Februar 1945 wurde das Betriebsgelände schwer getroffen und zu 80 % zerstört. Unter großen Anstrengungen gelang es jedoch, bereits 1946 den Betrieb wieder aufzunehmen. Später stellte man auch die übrigen Gebäude schrittweise wieder her. So konnten in den 60er Jahren 20 betriebseigene Läden und 35 Agenturen Aufträge annehmen. 1961 war Betriebsleiter Gerhard Märksch gezwungen, eine staatliche Beteiligung aufzunehmen. 1972 gehörte auch die Firma Paul Märksch zu den zwangsverstaatlichten Betrieben in der DDR. Fortan firmierte das Unternehmen unter dem Namen VEB Dresdner Chemischreinigung und wurde 1978 dem Textilkombinat Purotex angeschlossen. Zwei Jahre später war die Erneuerung der Gebäude abgeschlossen. Gerhard Märksch, der den Betrieb auch nach der erzwungenen Verstaatlichung geleitet hatte, verstarb 1984 und liegt auf dem Tolkewitzer Johannesfriedhof begraben.

1990 wurde das Kombinat Purotex aufgelöst und der Standort Schandauer Straße aufgegeben. Teile der Gebäude nutzte noch einige Jahre der ADAC. Im August 2004 fiel der gesamte Komplex dem Abriss zum Opfer. Heute befinden sich hier u.a. ein Reifenservice und ein Supermarkt.

 


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